Gibt es mehr Frauen oder Männer?
Nach
Angaben der Vereinten Nationen leben heute mehr Männer als Frauen auf
der Erde. Von den 6.671.226.000 Menschen sind 3.360.743.000 männlichen
Geschlechts und nur 3.310.484.000 weiblichen Geschlechts (Stand: 2007).
Die Hauptursache für dieses Ungleichgewicht ist das zahlenmäßig
ungleiche Verhältnis der Geschlechter bei der Geburt: Auf 100
neugeborene Mädchen kommen durchschnittlich 101,5 Jungen.
Mit
fortschreitendem Alter verändert sich jedoch das Verhältnis der
Geschlechter innerhalb der Altersgruppen. Denn Männer sterben aufgrund
ihrer niedrigeren Lebenserwartung schneller als Frauen. In einer
„älteren“ Bevölkerung mit einem relativ hohen Anteil an alten Menschen
– wie zum Beispiel in den Bevölkerungen der europäischen Länder und der
USA – gibt es daher mehr Frauen als Männer. In einer Bevölkerung mit
einer niedrigeren Lebenserwartung und – was bedeutend schwerer wiegt -
einer höheren Fertilität ist der Anteil der jungen Altersgruppen
erheblich höher. Junge Menschen bilden die breite Basis der
Bevölkerungspyramide in vielen Entwicklungsländern. In diesen jungen
Altersgruppen gibt es mehr Jungen als Mädchen und daher insgesamt mehr
Männer als Frauen.
Frauen "fehlen" – Auswirkung von Diskriminierung
Die
Diskriminierung von Mädchen und Frauen führt in einigen Regionen der
Welt zu einem gravierenden Missverhältnis zwischen der Zahl von Männern
und Frauen. In Asien beispielsweise "fehlen" rund 160 Millionen Mädchen und Frauen. Vor allem in China und Indien kommen immer mehr Jungen als Mädchen zur Welt. In Indien kommen statistisch
gesehen auf 100 weibliche Geburten 108 männliche Geburten. Nach wie vor wird die
Geburt eines Mädchens von vielen indischen Familien als eine Belastung
angesehen, vor allem weil Eltern bei der Heirat ihrer Tochter
traditionell eine Mitgift bezahlen müssen. Viele Eltern ziehen daher
vor, eine Schwangerschaft abzubrechen, als ein Mädchen zu bekommen.
Mädchen werden zudem schlechter ernährt und medizinisch versorgt als
ihre Brüder.
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